Umweltphysik

Die Umweltphysik sieht ihre Aufgabe darin, zivilisatorisch bedingte physikalische Wirkgrößen, die auf Biosysteme einen Einfluss haben. ortsabhängig zu erfassen und zu bewerten.

Hierzu gehören die Expositionen durch:

Grundsätzlich sollten die gesetzlichen Grenzwerte schützen. Diese sind jedoch nicht immer der Realität angepasst, wenn z.B. der zeitliche Faktor eines biologischen Geschehens infolge einer Exposition nicht entsprechend berücksichtigt wird. So zeigt das häufige Argument „es besteht keine akute Gefahr“ zum Beispiel bei Unfällen mit Chemikalien die Unsicherheit bei der Bewertung biologischer Prozesse, wenn sich der Unfall später dann doch anders darstellt. Das Grundproblem liegt darin, dass eine physikalische (biochemische) Wirkgröße auf den Menschen nur über ihre physikalische (biochemische) Gesetzmäßigkeit erklärt wird.

1. Elektromagnetische Felder

Bei der Wirkung elektromagnetischer Felder im Hochfrequenzbereich wird bei den Grenzwerten der 26. BImSchV ausschließlich der Energieeintrag mit der Folge einer möglichen Temperaturerhöhung innerhalb eines Expositionszeitraum über 6 Minuten bewertet. Nicht berücksichtigt werden Expositionen im „nicht-thermischen“ Bereich über einen längeren Zeitraum, da hier das „physikalisch plausible (!) Wirkungsmodell“ fehlt.

Entsprechendes gilt zur biologischen Wirkung elektrischer Wechselfelder der Energieversorgung, wie diese im Haushalt auftreten. Auch hier zeigen sich reproduzierbar bei empfindlichen Personen gesundheitsrelevante Reaktionen auf diese Felder mehrere Größenordnungen unterhalb der gesetzlichen Grenzwerte.

Nur wenig bekannt ist, wieweit der Mensch selektiv auf bestimmte Frequenzen dieser Felder reagiert. Absolut sicher ist, dass eine Langzeitexposition durch WLAN zu vegetativen Funktionsstörungen führt. Siehe hierzu:

WLAN und kardiologische Erkrankungen

2. Lärm

Auch für eine akustische Exposition gelten Grenzwerte, soweit diese im hörbaren Bereich liegt, also über 16 Hz. Unterhalb dieser Frequenz, im so genannten Infraschallbereich, gibt es kein eindeutiges Regelwerk, obgleich der biologische Organismus empfindlich auf diese niederfrequenten Resonanzen reagiert. Allgemein treten diese Belastungen immer häufiger auf.  Störquellen sind hier vornehmlich Windkraftanlagen, Pumpen der Biogasanlagen, aber auch hohe Bauwerke (z. B. Leitungsträger bei Stromtrassen).

3. Radioaktivität

Hier ist es im Wesentlichen eine RADON-Belastung in entsprechenden, lokal sehr begrenzten geologischen Formationen (insbesondere Schwarzwald, Sachsen, Thüringen). Die Grenzwerte beruhen hier ausschließlich auf Erfahrungen; die biologische Toleranzgrenze für eine RADON-Exposition ist -wie bei allen (!) radioaktiven Belastungen-unbekannt.

4. Licht

Mit der Einführung neuer Beleuchtungstechniken (LED, Energiesparlampe u.a.) hat sich das Spektrum der Lichtqualität geändert: an Stelle des sonnenähnlichen Spektrums der Glühfadenlampe mit der homogenen Farbverteilung emittieren die neuen Lichtquellen ein materialabhängiges Linienspektrum, das sich durchaus negativ auf das Wohlbefinden auswirken kann. Eine systematische Grundlagenforschung fehlt hier.